Vorwort

Zusammenfassung

Dieses Buch ist kein Buch. Nein, dieses Buch ist nur die Idee eines Buches. Ein fiktiver Autor beschreibt, wie er sein Buch schreiben würde und präsentiert Texte und Überlegungen. Kapitel für Kapitel setzen sich Fragmente zusammen zu einem vielschichtigen Portrait eines unglücklich Kreativen, der sich verstrickt in Ideen und Möglichkeiten. Auf diese Weise wird die Geschichte eines Träumers erzählt, der ständig im Konflikt steht zwischen den Vorstellungen im Kopf und der Realisation in der Welt. Ob in der Liebe, in der Hoffnung auf Erfolg oder in der Politik: Projektionen und Vorstellungen prägen unser Erleben. Dieses Buch, das eben nur in der Vorstellung existiert, reflektiert auf mehreren Ebenen über grundlegendste Fragen und sucht auf Irrwegen und Abwegen nach Antworten zum Schicksal des Kreativen.

Buch (Kapitel ungeordnet)

Vorwort

Ich möchte ein Buch schreiben.
Dieses Buch soll die Welt verändern.
Dazu habe ich bereits über vierzehn Anfänge geschrieben und auf dreihundert Seiten Ideen gesammelt und Figuren entwickelt, wobei ich vierzehn verschiedene Themenbereiche angeschnitten und neun verschiedene Stilrichtungen ausprobiert habe. Mit diesem Buch möchte ich zeigen...

...dass man die Quantenphysik ernst nehmen muss

...dass das Böse in unsere stark durch das Christentum geprägte Einstellung integriert werden muss

...dass die Ziele von Yoga, Smoothies und Südamerika-Reisen ernst genommen werden müssen

...dass wir dabei sind vom Zeitalter der Fische ins Zeitalter des Aquarius zu wechseln

...dass verliebt sein schmerzhaft ist

...dass Massenprojektionen die größte Gefahr sind, zum Zweiten Weltkrieg geführt haben und auch jetzt wieder sehr beliebt sind (besonders in der Politik, auf beiden Seiten des politischen Spektrums)

...dass wir ein weißes Pferd satteln müssen

...dass die nächste große Revolution in der Psychologie stattfinden wird oder bereits stattgefunden hat (Die Psychologie erreichte ihren Höhepunkt in den 60er Jahren durch das Werk des Psychiaters Carl Gustav Jung und fiel anschließend, aufgrund unseres hartnäckigen rationalistisch und materialistisch geprägten Weltbildes wieder 150 Jahre zurück; diese Revolution wird größer sein als die durch die Aufklärung geprägte wissenschaftliche Revolution im 16. und 17. Jahrhundert.)

...dass die Sterne gerade etwas schief am Himmel stehen

...dass Enten anstatt drei besser vier Füße hätten

...dass wir nur an einen tanzenden Gott glauben können

Aber ich bin ein Träumer. Ein Überhöhter. Ein Puer Aeternus. Ein Besserwisser. Ein Eingebildeter. Ein Heuchler. Ein Gehetzter. Ein Fliegender. Ein Vergeistigter. Vieles nehme ich mir vor, aber nur selten setze ich etwas in die Tat um oder bringe es gar zu Ende. Schon bevor ich das Buch geschrieben habe, bin ich stolz auf mich und sehe mich Preise entgegennehmen, gleichzeitig ist es mir furchtbar peinlich und unangenehm ein Buch zu schreiben. So höre ich gleich nach dem Anfang mit dem Schreiben wieder auf und widme mich einer anderen Idee. Alles bleibt bei der Idee. So auch dieses Buch. Aber diese Idee möchte ich festhalten und damit eine Geschichte erzählen über einen unglücklich Beginnenden, der sich ein Gefängnis aus Ideen und Möglichkeiten gebaut hat. Ich habe also Überlegungen und Vorüberlegungen, Anfänge und Neuanfänge, Figurenbeschreibungen und Gedankenspiele, ohne ersichtlichen Zusammenhang und ohne roten Faden, zusammengetragen und erzähle, trotz dieser unerwünschten aber nötigen Fragmentierung, nur eine Geschichte über einen Menschen.

Anfang

Mein Buch beginnt vielleicht mit dem folgenden Text. Ich würde jedoch nicht so böse über meine Mutter sprechen, da ich ihr damit unrecht täte.
Die Geschichte beginnt mit dem Tod meiner Mutter. Bedauerlicherweise ist dieser Anfang frei erfunden. Wäre er wahr, so wäre ich wohl früh auf die schiefe Bahn geraten und hätte mit Crack gedealt oder an illegalen Boxkämpfen teilgenommen. Dann wäre ich im Gefängnis gelandet, hätte harte Zeiten überstanden und könnte jetzt eine tiefe und ergreifende Geschichte erzählen. Leider ist dem nicht so und meine Mutter lebt zufrieden irgendwo in einem toten Kaff im Zürcher Oberland.
Auch sonst erfuhr ich in meinem Leben keine großartigen Katastrophen, die ich mit diesem Text künstlerisch verarbeiten könnte, und leide demnach an einem Leben, das banaler nicht sein könnte. Ich habe nie gestunken oder gespuckt, habe weder geflucht noch gestohlen. Ich habe getan, was man tut, wenn man 10 ist, als ich 10 war, und was man tut, wenn man 20 ist, als ich 20 war. Ich hatte mit keinem Menschen Probleme, keine Feinde, vielleicht auch keine Freunde. Ich habe nur wenig gehasst und noch weniger geliebt. Ich habe nie viel gesprochen, schon gar nicht widersprochen. Mein Weg ging geradeaus im gleichen Schritt, kein links, kein rechts, alles nur aalglatt.
Dies zwingt mich von Gegebenheiten zu erzählen, die ich nicht erlebt habe, denn nur so komme ich an die von mir so sehnlichst erhofften Komplimente, die mir nötiger sind wie Brot und Wasser. Natürlich wird an dieser Stelle zu Recht der Einwand erhoben, was mich dazu veranlasst eine Geschichte zu erzählen, wo es mir doch lediglich um die Komplimente geht? Ein Künstler sollte aus einer inneren Not herausschreiben, um so größte Gegensätze verschmelzen zu lassen! Die Kunst nutzen als letzte Rettung aus dem inneren Chaos! Diesem Einwand möchte ich entgegenbringen, dass ich das sehr wohl tue; nur besteht meine innere Not eben genau darin, dass ich meine Mittelmäßigkeit kaum ertragen kann; dass ich mich lieber erschießen würde, als als Durchschnittsmensch zu gelten und quasi existenziell zum Beeindrucken gezwungen bin. Meine Gewöhnlichkeit, mein langweiliges Schicksal, mein schmerzfreies und totes Dahinvegetieren möchte ich überwinden. Ein hochgeschätztes Kunstwerk würde mich von diesem Leid befreien.
Wie ärgerlich ist es also, dass meine Gedanken hauptsächlich damit beschäftigt sind, mir vor Augen zu führen, wie ich für meine Kunst Komplimente einheimsen werde. Dies hindert mich daran ein hochgeschätztes Kunstwerk zu kreieren. Denn die Gedanken sollten auf den Prozess, nicht auf das Resultat und schon gar nicht auf das Resultat im Auge des Betrachters, bedacht sein. Die tragische und zugleich ultimativ erlösende Konsequenz daraus ist, dass ich mich in eine miserable Lage bringen muss (in der sich jeder nennenswerte Künstler nun einmal befand!), um so meine Gedanken gewaltsam in fruchtbare Bahnen zu leiten. Und an dieser Stelle beginnt die Geschichte: Ich entschließe mich, meine Mutter zu töten. Und habe ich die Tat vollbracht, so kann ich ganz authentisch mit reinstem Gewissen sagen: Die Geschichte beginnt mit dem Tod meiner Mutter.

Handlung

Das Buch soll eine interessante Handlung haben, welche viele Menschen anspricht. Die Handlung soll alle mir wichtigen Themen miteinander verknüpfen.
Ein moderner Mensch leidet an einer rationalistisch materialistischen Weltanschauung. Diese Weltanschauung, die nur Atome und die Unendlichkeit des Universums sieht, ist blind für den tieferen Sinn im Leben. Dies kann der moderne Mensch ertragen, solange er verliebt in den Armen seiner Freundin liegt; zeigt sie ihm allerdings die kalte Schulter, dann leidet er sehr stark. Da er keinen Sinn im Leben erkennen kann, wird dieses Leiden unerträglich.
Er ist also gezwungen genauer hinzuschauen, alles zu überdenken und merkt, dass er seinem Kopf nicht vertrauen kann. Sein begrenzter Verstand erzählt ihm lügen über die Beschaffenheit der Welt, denn er kann Wesentliches nicht erfassen. So beginnt der moderne Mensch zu realisieren, dass er sich nicht mehr nur auf den Kopf verlassen kann, sondern der eigenen Erfahrung mehr trauen sollte. Damit öffnet sich ihm eine Welt mit neuen Werten und Hoffnungen. Kunst, die eben dorthin Zugang hat, wo es der Kopf nicht mehr hat, kann ihm den tieferen Sinn vermitteln. Der moderne Mensch widmet sich also verstärkt der Kunst und ihm wird alles Mögliche bewusst (z.B. wie eingebildet er ist).
Doch dem modernen Menschen, nun fasziniert von neuen Inspirationen, Möglichkeiten und Leidenschaften, fehlt der Wille etwas umzusetzen oder durchzuziehen. Er verachtet alles Langweilige, Gewöhnliche und Beständige. Dieser Wille war da, als er nur mit dem Kopf geschaut und entschieden hat.
Der moderne Mensch beginnt dann zu realisieren, dass eben dies ein grundsätzlich menschlicher Konflikt ist und zum Beispiel durch den Gegensatz von Geist und Körper zum Ausdruck gebracht werden kann. Er versteht, dass Gegensätze das Wesentlichste im Leben beschreibe.
Auf diese Weise wird die Liebesgeschichte positiver, denn nun ist der moderne Mensch weniger abhängig von seiner Geliebten und er kann sie mehr so sehen wie sie wirklich ist. Viele Verliebte verliebten sich, weil sie den eigenen noch unbewussten Gegensatz im anderen sehen. So lieben sie nicht den anderen, sondern unbewusst sich selbst, also ihren Gegensatz. Weitere Gegensätze werden dem modernen Menschen bewusst, da er seine Träume nun mit größerer Ernsthaftigkeit betrachtet. Denn Träume klären ihn über seine Gegensätze auf.
Die Geschichte hat aber nur oberflächlich ein Happy-End, denn der moderne Mensch ist bis auf Weiteres damit beschäftigt Gegensätze zu vereinen und welche Gegensätze noch erscheinen werden, weiß der moderne Mensch nicht.

Figurenentwicklung

Mein Buch zeigt die Geschichte einer Figur, die eine Entwicklung über drei Akte erlebt.
Erster Akt
Immer verhalte ich mich so, wie ich denke, dass mich die Menschen sehen und wie sie dann mein Verhalten erwarten würden.
Ich habe das Gefühl, ich bin nur eine Fassade. Hauptsache ich bin cool und besonders. Ich fühle mich leer und ohne Geist. Ich wäre gerne langsamer, genauer und klarer.
Ich sehe ein großes Licht bei Jesus und in der Bibel. Jesus war ehrlich. Ich möchte der Ehrlichkeit folgen. Aber meistens schaffe ich es nur früh am Morgen oder spät am Abend.
Zweiter Akt
Alles soll gebündelt sein. Gezielt. Sauber. Kraft. Schritt für Schritt. Etwas aufbauen. Hinaufsteigen. Wie ein Kamel. Mit gesenktem Kopf.
Den Trieben und Reflexen zu widerstehen, macht den Menschen erst zum Menschen.
Der Glauben hilft mir gewisse Dinge durchzuziehen. Das ist jetzt Woche vier, in der ich nur einmal die Woche masturbiere.
Wie würde mein Ideal den heutigen Tag verbringen? Mit sehr viel Arbeit. Nicht mit Spaß, Abenteuern und lebensverändernden Erkenntnissen. Sondern einen Stein auf den anderen legen. Wie ein Kamel. Ich bin ein Kamel.
Dritter Akt
Ich bin Pfarrer, trage Gucci-Flipflops und nehme Salsa-Unterricht. Ich leide nicht mehr unter meinen Komplexen, weil ich gelernt habe, diese kreativ umzusetzen.
Das Spiel, das ich spielen möchte, gibt es nicht. Noch nicht. Und deswegen bin ich hier. Um es zu kreieren. Darum geht es. Und nur darum.
Ich vermeide alles Radikale. Außer es geht um Bescheidenheit oder Ehrlichkeit.
Ich halte mich an keine Ambitionen. Außer es treibt mich von Innen. Dann schreibe ich drei Wochen ohne Unterbruch an einem Text. Blinde Disziplin verachte ich.
Ich habe mich allen künftigen Problemen ausgiebig gewidmet und lebe vollkommen im Hier und Jetzt. Wie ein Löwe.
Ich bin nicht besonders freundlich, denn die Freundlichkeit steht mir oft im Weg und ist nahe an der Lüge oder begünstigt sie zumindest.
Wenn ich nicht schlafe bin ich wach und wenn ich mich hinlege, dann schlafe ich. Wie ein Löwe.

Böse Weltanschauung

Mein Buch geht auf unser aktuelles Weltbild ein. Die Figuren im Buch, welche dieses Weltbild vertreten, sind Bösewichte.
Vorab möchte ich auf das aktuelle Weltbild zu sprechen kommen. Zum einen, weil es im Laufe dieses Buches weiter zur Sprache kommen wird, zum anderen, weil es mir so unendlich verhasst ist, folglich einen nicht unbedeutenden Teil meines eigenen Weltbildes beschreiben muss. Denn man hasst, was man selbst ist.
Das aktuelle Weltbild besagt, dass unsere Realität fundamental aus Materie aufgebaut ist (Materialismus!). Eine ganzheitlich materielle Existenz muss folglich in einem unendlichen Universum unbedeutend sein. Am Anfang war der Urknall. Nach dem Tod ist es endgültig vorbei. Gott gibt es nicht, hat es nie gegeben (er wurde lediglich als Idee - heutzutage bevorzugt man das Wort «Konstrukt» - eingeführt, um soziale Ordnung herzustellen. Mit dieser Aussage, so behaupte ich, wollen viele Menschen nur zum Ausdruck bringen, wie mutig und edel sie selbst sind, da sie das Konstrukt Gott nicht nötig haben. Sie können ihre sinnlose Existenz ritterlich akzeptieren können, wobei sie als Beweis den bewussten Verzicht auf Ambition und Anstrengung, sowie das ungehemmte Verfolgen kurzzeitiger Lustmomente vorlegen - lächerlich.). Könnten wir alle Daten erfassen und hätten wir noch bessere Mikroskope, die bis ins Kleinste alles aufdecken, dann könnten wir die Zukunft voraussagen. Gedanken sind ein Produkt neuronaler Aktivität. Habe ich ein psychologisches Problem so ist dieses Problem eine Illusion und die Einsicht der Illusion wird das Problem erledigen. Es gibt nur das diesseitige Leben und kein jenseitiges Leben. Der Himmel wird auf Erden gesucht. Zeit der Utopien. Veränderungen geschehen nur groß und politisch, alles andere ist irrelevant.
Diese Weltansicht – ich nenne sie eine rationalistisch materialistische - ist das große Vorurteil unserer Zeit! Und das, obwohl diese vor über 100 Jahren durch die Experimente der Quantenphysik ernstlich infrage gestellt wurde und heute, im Jahre 2022, endgültig weg bewiesen wurde. Materialismus ist Aberglaube und wird nur aus Bequemlichkeit weiter verehrt (ähnlich wie man lange, teils sogar bis heute, an dem Aberglauben festhielt, die physikalische Erde sei eine Scheibe und keine Kugel. Ich habe bewusst «physikalische» Erde gesagt, da die Erde unter einem anderen Standpunkt - dem Psychologischen! - durchaus als Scheibe gesehen werden kann, denn wie nehmen wir die Erde tagtäglich wahr; als Scheibe oder als Kugel?!)
Genug. Ich bin am schwafeln und selbst dem Rationalismus verfallen. So wird alles trocken. Genau so trocken wie eine wissenschaftliche Studie. Deswegen sind Wissenschaftler oft begeisterte Surfer, denn sie müssen kompensieren. Ich verachte die Wissenschaft. Sie hat mich angesteckt mit einer Weltansicht, die alles zur Wüste macht!

Gute Weltanschauung

Mein Buch soll ein alternatives Weltbild vorschlagen. Dieses Weltbild müsste von der Hauptfigur vertreten und konsequent gelebt werden. Aufgrund dieses Weltbildes würde sie die Welt zu einem besseren Ort machen.
Anstatt sich die Welt beschaffen aus Materie zu denken, kann man sie sich auch als die Gesamtheit aller bewussten Erfahrungen denken. Ob Wissenschaftler, Künstler oder Propheten; sie alle versuchen ein besseres Verständnis zu bekommen, von dem, was sie erfahren bzw. von ihren Bewusstseinsinhalten. Jeder auf seine Weise. Folgendes Bild soll Ordnung bringen, in die Art und Weise wie die verschiedenen Disziplinen vorgehen, um Erfahrung zu verstehen:
Man denke sich Erfahrung als ein Meer. Die Wissenschaftler stehen auf einem erhöhten Felsen und betrachten die Meeresoberfläche. Sie entwickeln Theorien, um Vorhersagen über die Meeresoberfläche zu machen. Die Mathematik eignet sich hierfür als besonders gutes Mittel. Sie denken aber, es gäbe nichts als die Meeresoberfläche! Ausgenommen eine Handvoll Quantenphysiker, die wissen, dass es etwas unter der Meeresoberfläche gibt. Aber auch sie können es nicht sehen. Die Künstler hingegen befinden sich im Meer, unterhalb der Oberfläche. Sie tauchen ein und geben der Meerestiefe Form. Buddha, Jesus und andere prophetische Gestalten, leben am Meeresgrund und erblicken unsere Erfahrung (dh. Unsere Welt) gesamtheitlich. Nun, die Psychologen (die C.G. Jung kennen!) sitzen auf einem Fisch und tauchen ein, erfahren, schöpfen Bilder wie es Künstler tun und springen dann mit dem Fisch hoch. Dann betrachten sie das Erfahrene, wie es Wissenschaftler tun. Sie versuchen ihre Theorien mit dem direkt-Erfahrenen abzugleichen. Im Gegensatz zu den klassischen Wissenschaftlern stützen sie sich aber auf echte Erfahrung und nicht auf die Resultate von Experimenten. Sie sind echte Empiristen! Erfahrung aber heißt eine Erfahrung und meine Erfahrung. An diesem Punkt war die Psychologie in den 60er Jahren. Und weil dieses Weltbild nicht verstanden wird, widmet sich die heutige Psychologie wieder den Experimenten und betrachtet das Meer vom Felsen.
Wissenschaft wird problematisch, wenn sie sich zum Weltbild erhebt und annimmt es gäbe nur die Oberfläche des Meeres. Musik wäre letzten Endes nichts als Schwingungen in der Luft und neuronale Prozesse. Aber von einem erhöhten Felsen kann man nichts anderes sehen als die Oberfläche. So spricht sie dem Leben und der Welt den Sinn ab! Natürlich spricht der einzelne Wissenschaftler diesen letzten Glauben an die Sterilität und Bedeutungslosigkeit des Lebens ungern aus. Weder vor anderen noch vor sich selbst. Er legt sich, sicherheitshalber, ein moralisches Mäntelchen um. Ein Mäntelchen, das zeigen soll, dass er trotz seiner grundlegendsten Einsicht ein großes Herz hat. Denn obwohl er denkt, dass er wegen seiner Einsicht abseits der Herde stehe, könnte er nichts weniger ertragen, als abseits der Herde zu stehen. Dies würde bedeuten vom sicheren Felsen ins Meer zu fallen. Aber ein Wissenschaftler schwimmt und taucht schlechter als ein Kind! Ich möchte mich also impfen gegen die abgelebte Wissenschaft und meine Erfahrung neu betrachten. So betrachten, wie es ein Kind tut. Denn nur so kann ich meinen Blick befreien und die Welt betrachten wie sie ist.

Gedanken

Mein Buch soll ohne Unterbruch einem Gedanken folgen. Der folgende Text veranschaulicht einen Gedanken ohne Unterbruch.
Oh Wunder. Ein Teeründchen am Ende der Stadt mit Teeliebhabern. Ingwer, Zitrone, Pfefferminze. Eine Frau hat Farbe im Gesicht und fragt sich, wer sie wohl sei. Die Leute antworten, sie wissen es nicht. Zumindest gerade nicht. Die Frau steht auf und haut auf den Tisch: «So nicht!». Sie liebt nicht. Es tröpfelt von der Decke auf den Tintenfisch im Teller, die Wände rot, der Himmel blau. Dunkelblau. Schlangen überall. Alles geladen. Der Bogen gespannt. Der Regenbogen. Es liegen kranke Menschen im Krankenhaus. Die Frau läuft durch und sieht sich. Bleiches Gesicht. Gips am Bein. Sie spricht: «Wie geht’s?» Sie antworten nicht. Spinne an der Decke. Schweine im Stall. Spritze hoch in die Luft. Wade. Schade Made. Gift in der Spritze. Nichtsnutz! Was will ich mit dir? Lass mich allein! Heile mich nicht. Es hat keine Sterne am Himmel. Viele. Alles verbunden. Überbeladen. Ich warte nur. Schaue auf die Uhr. Niemand da? Ich nicht. An der Türe klingelts. Meine Mutter tritt ein. «Lass mich, ich will weiter und liege hier krank im Bett!». Viel zu nett. Viel zu nett. Kein eigenes Haus. Zigarette nicht im Mund. Lieb und stur. Tot und kalt. Es arbeiten fleißig die Bienchen, doch ich bin nicht da. Verloren für mich. Zwischter. Zwitscher. Alles allein. Sonderbar. Sonderling. Neblig. Husten und schwach. Die Kerze brennt. Brennt langsam ab. Oh weh! So viel Holz vor dem Haus, aber ich weiß nicht, wie man Feuer macht! Tränen fließen, Schlangen im Bauch. Autsch. Autsch. Es tanzen die Spinnen. Wie nur, wie? Tränen fließen. Wir stehen allein. Niemand da. Liebe nah. Leere erfüllt. Womit? Oh weh. Eine Frau betritt den Raum. Fliege hoch. Oh je. Weit hoch. Haus im Rücken. Schnee schmilzt. Allein für mich. Alles für mich. Nur vier kleine Enten schwimmen im Kreis. Wie schön. Ich kann nicht mehr. Pfeifen und Johlen. Wie kannst du nur! Den Trank getrunken. Tränen nah. Mutter hilf mir. Wir sahen lange, was man nicht sehen soll und jetzt sind wir blind! Oh je. Und wieder verloren. Weiter unten, weiter unten. Nur ich. Allein. Wenn du nicht schreist, bist du jetzt schon tot. Jawohl, Ja! Sag das Ungesagte und frag, wohin mit uns? Die Antwort kommt, die Wolke zieht her. Nur ich. Nur sie. Es schaufeln die faulen Tiere. Nur dies. Nur jenes. Wie? Was meinst du damit? Eine dunkle Gottheit im Kommen. Wieder? Gut so! Nein. Lasset uns die Hände geben. Kein Kino mehr. Nur Worte, leere Worte. Kein Abwarten, nur Gedanken. Viele Gedanken. Ich und sieben andere. Setze böse Geister vor die Tür. Sieben mehr zurück. Jawohl. Der Punkt ist weit. Lange dahin. Nur Fetzen. Nur Phrasen. Es krebst der Krebs. Fangen kann ich ihn nicht. Türmchen dahin. Hoch der Turm. Auto-fahrend den Weg suchen. Wie schlimm die Hölle! Lasset mich. Der Straße entlang. Ein Hirte kam von fern und fragte mich, Tränen im Gesicht? Viele Wege gegangen. Ein Schuss, ein Treffer. Zum Ziele weit. Der Blick eines Adlers. Für mich fast tot. Gebunden gekettet. Wer war das vorhin? Ein Hirte wohl. Fraget nicht, was das soll. Eine Party vielleicht? Jawohl Party. Ein Zettel, eine Kugel, ein Messer. Was soll ich damit? Weiß ich nicht. Du wirst es wissen. Eines Tages wird alles klar, sagt die Kugel. Eines Tages hält alles gut, sagt das Messer. Was steht auf dem Zettel? Kugel und Messer.

Gegensätze

Mein Buch soll einige Gegensätze beinhalten. Diese sollen nicht konzentriert an einer Stelle, sondern verteilt über das Buch auftauchen.
Zeitweise da schneide ich mir in den Finger. Warum? Es hilft mir die Welt besser zu verstehen.
Zwieback half mir in meiner Kindheit manche Krankheit zu überstehen. Doch wenn ich jetzt Zwieback sehe, werde ich krank. Komisch.
Ein komplizierter Mensch sagt zu seinem Therapeuten: "Es fällt mir ungemein schwer zu verstehen oder gar zu schildern, was genau mein Problem ist. Ich kann nur sagen, dass ich eins habe und davon geplagt werde. Dabei scheint dieses Problem keineswegs ein reales und erst recht nicht ein existenzielles Problem zu sein, sondern vielmehr dem Gegenteil zu entsprechen: Der absoluten Abwesenheit irgendeines wirklichen Problems. Einer Leere, die nur durch das kuschelige Bett, den randvollen Kühlschrank und das komplette Fernbleiben von selbst geringsten physischen Schmerzen zustande kommen kann und mir diese nie enden wollende, im Kreis sinnlos laufende, das Hirn zermarternde Gedanken erst ermöglichen kann. Trotzdem würde ich mein Problem ungern als Luxusproblem bezeichnen. Viel zutreffender, wäre es dies als das Größte und vielleicht menschlichste aller Probleme zu betrachten, denn wie kann ich ein Problem, das scheinbar ursachenlos ist, überwinden? Und falls es doch eine Ursache gibt, so muss diese dem tiefsten und geheimsten Kern meiner Natur entsprechen. Denn welcher Quelle soll mein Problem sonst entsprungen sein?"
Als wir einander gestehen, dass wir frei sein und auf keinen Fall eine ernste Beziehung eingehen wollen, fallen wir einander voller Liebe in die Arme. Endlich haben wir gefunden, wonach wir so lange gesucht haben! Wir möchten uns nie wieder trennen und entscheiden uns zu heiraten.
Ein junger erfolgreicher Schauspieler geht zu seinem Lehrer und sagt verzweifelt: "Ich liebe den Applaus und die Komplimente. Doch ich weiß, dass mir Hochmut schadet. Es bringt meine Kunst zum Stillstand. Was soll ich nur tun?" Sein Lehrer antwortet: "Kürzlich war ich Skifahren und raste auf eine Skischanze los. Ich schaute hoch zum Himmel, verlor mein Gleichgewicht und fiel nach hinten. Aber ich nahm den Impuls und verwandelte die androhende Katastrophe in einen eleganten Rückwärtssalto. Ich landete gestärkt und mit doppelter Energie wieder auf dem Boden."
Liebe Menschen lieben lästern.
Nie werde ich mich auf etwas festlegen. Niemals! Und auch darauf werde ich mich nie ganz festlegen.
Um mich ins rechte Licht zu rücken, kritisiere ich, wie ich mich immer ins rechte Licht rücke.
Ein konformer Mensch entscheidet sich von nun an anders zu sein als alle anderen. Er ändert sich von Grund auf: Seine Sprache, sein Kleidungsstil, seine Hobbys, seine Vorlieben, seine Freunde, seinen Musikgeschmack. Doch ähnlich einem invertierten Foto bleibt dieser Mensch konform.

Figurenbeschreibung

Mein Buch zeigt eine Figur, die ich mithilfe einer Metapher beschreibe. Diese Figur soll eine Nebenfigur sein, ansonsten wäre das Buch bedeutungslos.
Müsste ich mich mit einem Wort beschreiben, würde ich mich für „Verpackungskarton“ entscheiden.
Dabei hilft es, sich einen Verpackungskarton vorzustellen, der durch seine Erscheinung die Vermutung nahe legt, dass sein Inhalt wertvoll und bedeutsam ist; der vielleicht in einem mit Panzerscheiben ausgestatteten Lieferwagen, von einem gut gekleidet und straff gekämmten Lieferanten mit weißen Handschuhen, seinem Empfänger überbracht wird; der die angenehme und handliche Größe eines Schuhkartons hat und dessen glatte Oberfläche von einem außergewöhnlichen Dunkelblau ist, das man nur in den abgelegensten karibischen Lagunen zu sehen bekommt, und mit goldener Schrift überzogen ist. Ein Karton, der mit einem Klebestreifen, so sorgfältig und transparent, zugeklebt wurde, dass man sich fragt, wie dieser scheinbar offene Karton sich so diszipliniert zuhält. Kurz gesagt, ein Verpackungskarton, welcher seinen Empfänger in einen Zustand ungeteilter Neugier versetzt und ihn das Paket voller Erwartung entgegennehmen lässt.
Zu diesem Zeitpunkt ahnt der Empfänger noch nichts von der Oberflächlichkeit des Pakets, sprich, dass es lediglich aus einem schönen Karton besteht ohne Inhalt; ein nutzloser, verformbarer, unbeständiger Karton, der nichts anderes macht, als sich vor einen Spiegel zu setzen, sich selbst zu bestaunen und sich auszumalen, was sich tief in seinem Inneren wohl für ein unfassbar wertvoller Schatz verbirgt. Er definiert sich selbst durch diesen Schatz fühlt sich allen anderen Kartons, die lediglich alte Bücher, Kinderspielzeug, eine gebrauchte Kaffeemaschine oder bestenfalls Weihnachtsschmuck enthalten und mit langweiliger braun-beiger Farbe eingekleidet sind, überlegen und beglückt sich an ihrem Interesse und ihren Komplimenten, die er mit eitler Gelassenheit zur Kenntnis nimmt.
Der immer noch verzauberte Empfänger gerät spätestens beim Öffnen des Pakets in Schwierigkeiten, da er nicht die kleinste Luftblase im aufgeklebten Klebestreifen findet, ja nicht einmal weiß, wo der Klebestreifen überhaupt liegt. Bis er sich nicht mehr zurückhalten kann und trotz des unter Tränen um Erbarmung bittenden Kartons, mit der Schere gnadenlos auf ihn einsticht, ihn zerreißt und Loch für Loch der Vermutung näherkommt, dass dieser Karton keinen Inhalt hat. Darauf zerstampft der enttäuschte Empfänger ihn brutal und schmeißt ihn voller Wut zum restlichen Altkarton. Den mit ausnahmsloser Ignoranz gestraften Karton, wird der Empfänger aber nie in die Mülltonne werfen; der erste Eindruck hat sich tief in ihm festgefressen und er bleibt von der Idee besessen, dass sich in diesem Karton vielleicht doch noch ein Schatz befindet. Während der Karton, sich selbst betrauernd, felsenfest überzeugt ist, der Empfänger habe seinen verborgenen Schatz zerstört.
Ja, ein derartiger Verpackungskarton würde mich erstaunlich zutreffend beschreiben.

Liebesgeschichte 1

Mein Buch soll eine Liebesgeschichte erzählen. Die Menschen lieben Liebesgeschichten.
Als ich zur Beichte muss und nichts zu beichten habe, begehe ich im Alter von zehn Jahren meine erste schlimme Tat: Ich werfe einem Mädchen einen Schneeball an den Hinterkopf. Darauf sucht sie wutentbrannt den Täter, aber findet ihn nicht, weil ich mich unter einem Auto verkrochen habe. Dann renne ich zu ihr und helfe ihr beim Suchen. Wir geben schnell auf, ich lade sie zu einer Tasse Tee ein und zeige ihr meine Pokemon-Sammlung. Sie ist begeistert. Ich finde sie süß und sie mich. Wir küssen uns fast, doch sie reist bereits am nächsten Tag für zehn Jahre nach Neuseeland. Ich falle in die Arme meiner Mutter und weine. Nach zehn Jahren begegne ich ihr und kurz darauf schreibe ich ihr einen Brief:
"Angenommen ich würde dich lieben. Angenommen du würdest denken ich wäre der Richtige. Angenommen ich würde denken, du wärst die Richtige. Angenommen wir hätten zwei Kinder. Angenommen du fändest das nicht peinlich. Angenommen ich wäre dicht im Kopf. Angenommen unser Haus wäre grün gestrichen. Angenommen du fändest das nicht peinlich. Angenommen ich würde nicht so zittern, wenn ich dich sehe. Angenommen der Pfarrer würde kommen. Angenommen ich könnte meine Augen schließen und dich nicht sehen. Angenommen Morgen wäre alles vorbei. Angenommen Morgen würde alles anfangen. Angenommen ich würde dir eine Geschichte schreiben und du würdest dich in mich verlieben. Angenommen das Meer würde sich spalten vor uns. Angenommen meine Augen wären nicht blind. Angenommen meine Hände wären nicht taub. Angenommen ich würde dich länger als einen Tag kennen. Angenommen du könntest einen Handstand machen und die Welt sehen, wie ich sie sehe. Angenommen du wärst eine Prinzessin und ich dein Prinz. Angenommen unser Schloss wäre nicht aus Marzipan. Angenommen das würde nie mehr aufhören. Angenommen mein Leben wäre deins. Angenommen du wärst nicht der Teufel. Angenommen du wärst kein Engel. Angenommen ich würde dir nie verzeihen. Angenommen die Spinne an der Decke würde dir keine Angst machen. Angenommen du würdest nur noch Wein trinken, ganz viel Wein. Angenommen ich wäre in keinem Delirium. Angenommen das Leben würde anders enden als es begonnen hat. Angenommen die Welt wäre keine Scheibe, sondern eine Kugel. Angenommen ich wäre kein Philosoph. Angenommen ich würde nicht sabbern, wenn ich dich sehe. Angenommen ich könnte deine Lippen streicheln und nie damit aufhören. Angenommen du würdest mich in Ruhe lassen. Angenommen ich würde wieder Schlaf kriegen. Angenommen am Ende wären wir.“
Und sie schreibt mir zurück:
„Angenommen du wärst kein Idiot.“
Und ich weiß, sie ist die Coolste auf der ganzen Welt und ich renne zu ihr und wir fallen uns in die Arme und lieben uns bis in alle Ewigkeiten. Und bald darauf hassen wir uns bis in alle Ewigkeit und dann lieben wir uns wieder usw. Wir fahren einige Jahre Achterbahn, bis ich es nicht mehr aushalte und ihr erneut einen peinlichen Brief schreibe:

Liebesgeschichte 2

Mein Buch soll eine lange Liebesgeschichte erzählen.
"Nach langem Überlegen habe ich mich entschieden, dich zu verlassen. Trotz des langen Überlegens bin ich nie zu einem befriedigenden Schluss gekommen und treffe diese Entscheidung nur deshalb, weil ich so lange überlegt habe und es kaum mehr ertrage weiter zu überlegen. Oft raten mir Leute, ich solle nicht ständig an dich denken und dich zur Seite schieben, dann wird sich schon alles klären. Nicht weil mir die Willenskraft fehlt kann ich das nicht, sondern weil es keine freie Seite gibt, zu der ich dich schieben könnte. Du füllst meinen Schädel bis in die hinterste Ecke!
Egal was du tust, alles ist falsch. Machst du mir Probleme, bist du nicht die Richtige, machst du mir keine, bist du langweilig. Trinkst du viel Alkohol, nimmst du das Leben nicht ernst genug, trinkst du zu wenig, nimmst du es zu ernst. Gibst du mir Schmetterlinge im Bauch, benötige ich etwas Ruhigeres, gibst du mir keine, überzeugst du mich nicht. Gibst du mir viel Aufmerksamkeit, verbirgst du etwas vor mir, gibst du wenig, verbirgst du auch etwas vor mir. Lässt du mir viel Raum, vermute ich das Ende deiner Liebe, lässt du mir zu wenig, bremst du meine persönliche Entwicklung. Zeigst du mir überschwänglich Liebe, vermute ich eine Affäre, bist du zurückhaltend mit der Liebe, möchte ich nicht länger leben. Hast du viele Freunde, fühle ich mich vernachlässigt, hast du wenige, rate ich dir mehr zu unternehmen. Sprichst du mit mir über Philosophie, rate ich dir weniger zu denken, sprichst du nicht mit mir über Philosophie, finde ich dich eindimensional. Bis ins Unendliche. Du bist perfekt und ich kann es nicht sehen.
Was geben wir uns schon, außer der Möglichkeit unser Leben für ein paar Augenblicke zu vergessen? Du hast mich verhext und mir Schlangen unter die Spaghetti gemischt. Ich sehe dich nicht. Ich sehe nur Engel, nur Teufel. Ob ich mich also von dir trenne, weil ich dich so fest liebe oder weil ich dich nie geliebt habe, weiß ich nicht.
Könnten wir noch einmal von vorne beginnen, würde ich dich bitten, dich auszuziehen und dich im Kreis zu drehen, so lange bis du dich übergeben würdest und ich erkennen könnte, dass du keine Schlangen im Bauch hast. Dann würde ich dich noch einmal fragen, ob du zu mir ins Bett kommen möchtest. Du würdest mich fragen, ob ich mich ebenfalls ausziehe, doch du würdest mir vertrauen und ich müsste mich nicht im Kreis drehen. Du würdest mich küssen und wir wären uns das erste Mal nah. Ich meine wirklich nah. Und ich würde dich sehen und du mich. Und ich wüsste, dass ich nicht weine, wegen den Zwiebeln, sondern deinetwegen. Und ich würde meinen Kopf schütteln, wenn ich «nein» denke und nicken, wenn ich «ja» denke. Und die Welt wäre nicht mehr so groß und wir so klein, oder wir so groß und die Welt so klein, nein, wir wären 1.61 und 1.80. Und wir lebten nicht in einem Schloss aus Marzipan, sondern an der Seestraße 123 im 1. Stock. Doch wir können nicht von vorne beginnen. Ich kann nicht. In Liebe, dein Idiot."
Natürlich habe ich ihr den Brief nie gegeben. Ich sage ihr, dass ich mich selbst finden müsse etc. und mache Schluss.

Leidenschaft

Mein Buch erzählt von einer leidenschaftlichen Figur. Leidenschaftliche Menschen inspirieren. Zum Beispiel die Figur den folgenden Monolog halten. Ich würde aber gleich darauf einen positiven Text einfügen, um nicht so negativ zu wirken.
Ich verachte Büroräume. Ich verachte Arbeitszeiten. Ich verachte «morgens am Bahnhof stehen». Ich verachte Festivals. Ich verachte weiße Hausfassaden. Ich verachte H&M, Tommy Hilfiger, Lacoste, Zara, Zalando, McDonalds, etc. Ich verachte Surfferien in Frankreich oder Bali. Ich verachte das Austauschjahr in Australien. Ich verachte Menschen, die Quer durch Südamerika reisen. Ich verachte «Sustainability». Ich verachte EasyJet. Ich verachte Interrail Ferien. Ich verachte das „Van-Life“. Ich verachte die Autoprüfung mit 18. Ich verachte Juristerei, Medizin, Wirtschaft, als Hauptfächer und Kunst, Philosophie, Psychologie, Literatur als Nebenfächer (noch mehr verachte ich es umgekehrt!). Ich verachte Start-Ups. Ich verachte Yoga, Meditation, Smoothies etc. Ich verachte Kino am Freitag. Ich verachte «Home-Partys». Ich verachte Heiraten mit 30ig. Ich verachte Kinder und Hunde in Kombination. Ich verachte die Innenschweiz mit ihren Tälern und Tankstellen. Ich verachte das Militär mit seinen Tälern und Feldern. Ich verachte Besteller-Literatur. Ich verachte «tiefe» Literatur. Ich verachte Popmusik. Rapmusik. Rockmusik. Ich verachte Haustiere. Ich verachte Vegetarier. Ich verachte Biertrinker (Insbesondere die ein «Feierabend-Bier» trinken). Ich verachte weiße Wände. Ich verachte aufgeräumte Küchen. Ich verachte Woolrich-Jacken. Ich verachte Secondhand Jacken. Ich verachte Missionar-Cowgirl-Doggy Stellung (besonders in dieser Reihenfolge). Ich verachte coole Leute. Ich verachte uncoole Leute. Ich verachte Nike, North Face etc. Ich verachte IKEA-Möbel. Ich verachte Menschen, die bewusst nicht zu IKEA gehen. Ich verachte Pflanzen in Cafés. Ich verachte «Frühaufstehen zum Joggen». Ich verachte Menschen, die sagen „ab morgen werde ich alles ändern! Anders sein“. Ich verachte Persönlichkeitsentwicklung. Ich verachte das «sich selbst finden». Ich verachte jegliche Formen von Kursen (Surfkurse, Malkurse, Töpferkurse, japanisch Kurse, Tanzkurse etc.). Ich verachte Co-Working-Spaces. Ich verachte WGs. Ich verachte das zentrale Wohnen. Ich verachte Rooftop-Parties. Ich verachte die Linken, die Rechten und die in der Mitte (die ganz besonders). Ich verachte Menschen, die ständig gute Laune haben. Ich verachte «eine eigene Meinung haben». Ich verachte deprimierte Menschen. Ich verachte Bewerbungsschreiben. Ich verachte Sparlampenlicht. Ich verachte Pausenhöfe. Ich verachte Menschen, die „anders“ sein wollen. Ich verachte normale Menschen. Ich verachte Wanderer. Ich verachte Menschen, die sich die Haare oder den Bart wachsen lassen. Ich verachte «bei schönem Wetter grillieren». Ich verachte Eistee aus der Dose.

Träume

Mein Buch soll meine Träume einbringen. Die folgenden beiden Träume könnte ich geschickt einbauen oder das gesamte Buch aus diesen Träumen herleiten.
Traum 1
Es gibt einen Künstler in meiner Stadt, der bekannt ist für seine einfachen, aber sehr einfahrenden Performances. Nach jeder Performance braucht er mehrere Monate Erholung.
Ich streife durch die Stadt und treffe auf diesen Künstler. Er ist gerade kurz davor eine Performance aufzuführen. Er hat mitten in der Stadt auf einem großen Betonplatz einen Sprungturm errichtet, allerdings ohne Schwimmbecken. Die Performance beginnt. Der Künstler trägt eine kurze Badehose und steigt die Treppe hoch zum Sprungbrett. Er stellt sich ganz vorne hin und beginnt dreimal mit voller Kraft zu federn. Das Sprungbrett befindet sich einen Meter über dem Boden. Er springt einen perfekten Salto, setzt zum Kopfsprung an und klatscht auf den harten Beton. Das Publikum weiß nicht recht, wie es reagieren soll. Ein Krankenauto transportiert den Künstler ab.
Traum 2
Ich komme nach Hause und betrete ein dunkles Zimmer. Obwohl ich weiß, dass es mein Zimmer ist, fühlt es sich an, als hätte ich das Zimmer noch nie betreten. Ich gehe vorsichtig unter mein Hochbett, um eine Lampe anzuzünden. Plötzlich fällt ein Wassertropfen auf meinen Kopf. Ich mache einige Schritte zurück, um auf mein Bett sehen zu können und erkenne die Umrisse einer dicken alten Frau, mit fettigen Haaren und einem vernarbten Gesicht. Ich erstarre. Kurz darauf drehe ich mich hastig um und renne Weg. Die Frau springt vom Bett herunter und jagt mir nach.
Ohne Atem und in Panik komme ich zum Haus eines alten Arztes am See. Der Arzt sagt zu mir: "Du wirst nie innere Ruhe finden." Ich antworte ihm: "Das kann ich unmöglich aushalten!" Darauf erwidert er: "Wenn du innere Ruhe finden möchtest, dann musst du die Zeit ganz genau zeichnen, jede einzelne Minute." Ich verstehe nicht, was dieser Arzt meint. Dann fügt der Arzt hinzu: "Letzte Woche, da kam eine Frau in meine Praxis und erzählte mir von einem Traum. Sie sagte, sie habe den Mond besucht." Der Arzt macht eine kurze Pause und spricht dann weiter: "Sobald du verstehst, dass diese Frau wirklich den Mond besucht hat, dann wirst du innere Ruhe finden." Am Ende des Traumes verstehe ich immer noch nichts. Aber ich spüre, dass es tatsächlich nichts Wichtigeres für mich zu wissen gibt als diese beiden Wahrheiten.

Politik

Mein Buch soll über Politik sprechen. Die Menschen lieben Politik. Ich könnte an geeigneter Stelle eine politische Debatte einfügen.
A: Ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
A: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.
B: Nein, ich bin ein guter Mensch und du bist ein böser Mensch.

Nicht recht zuortbar

Mein Buch greift ein politisches Thema auf. Die Menschen interessieren sich zurzeit sehr für Politik. Ich könnte folgende Kurzgeschichte einbauen, wobei ich ein besseres Ende finden müsste. Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt auf Politik zu sprechen kommen sollte, denn obwohl ich mich ganz neutral gebe, könnte ich verurteilt werden.
Ein peinlicher Mensch entscheidet sich an einer politischen Debatte über Feminismus teilzunehmen. An dieser Debatte nehmen rechte und linke Menschen teil. Der peinliche Mensch ist sich sicher, dass er den theoretischen Schlüssel in sich trägt, die beiden Seiten zu vereinen und langfristig Weltfrieden zu schaffen. Allerdings zweifelt er daran, ob er verstanden wird und womöglich bald von beiden Seiten gehasst wird. Er zittert schon bevor er mit dem Sprechen angefangen hat. Der peinliche Mensch hat einen zehnminütigen Slot, in dem er seine Ansichten präsentieren darf und beginnt nervös mit seiner Rede.
"Ich bin Feminist. Allerdings vertrete ich eine unpolitische Form des Feminismus. Beispielsweise verzichte ich bewusst auf das «Gendern», da ich dieses als Überbleibsel einer patriarchischen Einstellung verstehe, gegen die ich mich entschieden zu wehren versuche."
Die kritischen Blicke des Publikums verunsichern die Figur. Der peinliche Mensch entscheidet sich spontan eine Rede-Pause zu machen, um etwas Spannung aufzubauen. Die Pause wirkt vollkommen unnatürlich.
"In unserer Gesellschaft werden zwei wesentliche Fehler gemacht:"
Der peinliche Mensch zeigt auf einer Folie:
-1. Fehler: Feminin = Frau
-2. Fehler: Maskulin > Feminin
-Richtig: Körper, Natur, Kreativität Teilmenge von Feminin
Richtig: Geist, Kultur, Rationalität Teilmenge von Maskulin
Anstreben: Feminin gleichgestellt mit Maskulin
Der peinliche Mensch versucht im nächsten Teil sein Zittern in Leidenschaft zu wandeln, um es so konstruktiv in die Rede einzubringen. Er scheitert jedoch kläglich daran.
«So haben viele in sich selbst ein Patriarchat und projizieren es auf die äussere Welt, doch solange das innere Patriarchat nicht überwunden wird, gibt es keine objektive Sicht auf äussere Begebenheiten und es kann nur wenig bewirkt und bewegt werden! Deswegen liebe ich das Surfen und das Tanzen! Ich verstehe diese Tätigkeiten als eine Form feministischer Rebellion gegen unsere patriarchische Einstellung! Eine verkopfte Einstellung, die denkt Entscheidungen müssen immer genau abgewägt werden, die ständig Leistung, Disziplin und das Unterdrücken unserer Gefühle verlangt! Eine Sprache, bei der man jeden Moment abwägen muss, ob man alles korrekt sagt! Das ist für mich das Patriarchat! Das Feminine soll endlich aufleben können! Wir sind zu vergeistigt, zu verkopft, zu unnatürlich, zu patriarchisch!»
Aus der rechten Ecke schreit ein Mann: «Frauen heulen mehr als Männer und müssen ständig über ihre Gefühle sprechen! Natürlich ist das Feminine mit der Frau gleichzusetzen!»
Aus der linken Ecke schreit eine Frau: «Männer besetzen alle Führungspositionen! Das ist das wahre Patriarchat! Da ändert sich durch Tanzen und Surfen nichts!»
Ohne recht zu wissen, was er damit meint, entgegnet der peinliche Mensch: «Das sind Epiphänomene! Epiphänomene!»
Der rechte Mensch wird wahnsinnig wütend und denkt sich: «Was ist ein «Epiphänomen»? Bei diesempeinlichen Menschen kann es sich nur um einen linken Pseudo-Intellektuellen handeln!» Die linke Frau wird ebenfalls wahnsinnig wütend und denkt sich: »Das Patriarchat versucht wieder die Verantwortung auf den einzelnen Menschen zu schieben, um so weiter regieren zu können. Bei diesem peinlichen Menschen kann es sich nur um einen rechten Hurensohn handeln.» Darauf zückt der rechte Mann seine Pistole und schiesst auf die linke Frau. Er verfehlt sie knapp und trifft stattdessen dem peinlichen Menschen in Herz. Der peinliche Mensch kann im letzten Schock noch zur Ausgangstüre flüchten. Doch da zückt die linke Frau ebenfalls ihre Pistole und schiesst auf den rechten Mann, verfehlt ihn knapp und trifft den peinlichen Menschen in den Kopf. Kurz darauf stirbt der peinliche Mensch.

Ende

Mein Buch soll ein gutes Ende haben. Am besten ein offenes. Ein Ende, das alles nochmals geschickt aufgreift und eine paradoxe und tiefe Nachricht überliefert.
HUUUUURRRRRRRRAAAA
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!
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!
!
ICH
HABE
EIN
BUCH
GESCHRIEBEN
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Ein peinliches Ende. Nur Loosers verwenden Wörter wie HURA!